Religion? Freiheitsrechte verteidigen!

Religion? Freiheitsrechte verteidigen!

Nov 9, 2009, Bisher keine Kommentare

Integration bedeutet in erster Linie Aufarbeitung. Eine Aufarbeitung deren konstruktive und aufklärerische Funktion, unserer Meinung nach, mitnichten mit der Beschneidung der Freiheitsrechte einhergehen kann. Die jungfreisinnigen graubünden sprechen sich deshalb in diesem Zusammenhang vehement gegen die Minarettinitiative aus und haben sich, zusammen mit JCVP und JUSO, zu einem jungen Bündner Abstimmungskomitee zusammengeschlossen.

Die heute Morgen im Churer Hotel “Drei Könige” abgehaltene Medienkonferenz zeigte vor allem eines auf: Die Minarettinitiative löst keine Probleme. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die von der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) und der Schweizerischen Volkspartei (SVP) lancierte Initiative ist mit ihrer undifferenzierten Gesinnung Ausdruck von Intoleranz und politisch motivierter Ungleichbehandlung gegenüber einer Bevölkerungsgruppe. Eine Diskriminierung die die jungfreisinnigen und die anderen Jungparteien, ausgenommen von der jungen SVP, nicht tolerieren. Die Minarettinitiative ist in unseren Augen unverhältnismässig und gefährlich. Unverhältnismässig, weil sie auf die Schaffung eines Ungleichgewichts zwischen den Religionsgemeinschaften drängt. Gefährlich, weil sie die Menschrechte grob und fahrlässig missachtet und den nationalen Zusammenhalt gefährdet.

Die Schweiz verfügt in der Welt über einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Menschenrechte und Integrationspolitik. Als Heimat des Hauptsitzes des Roten Kreuzes und etlicher anderer humanitärer Organisationen, wäre die Annahme der Minarettinitiative fatal. Nicht zuletzt die wirtschaftlichen Schäden, welche durch eine Verhärtung der Beziehungen zur muslimischen Welt sowie der Rufschädigung der Schweiz in der internationalen Gemeinschaft entstünden, würden schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen. Dies gilt es mit aller Macht zu verhindern.

Religiöse Bauten sind in unseren Augen weder Störfaktoren noch Bedrohung, sondern Ausdruck einer friedvoll gelebten Vielfalt in einer pluralistischen Gesellschaft. Ein Nein zur Initiative ist ein Bekenntnis zum Religionsfrieden. (tbi)

Wer diesen Artikel geschrieben hat

Thomas Bigliel

Thomas ist Sekretär bei den jungfreisinnigen graubünden und kümmert sich für alle Dinge, die politisch und organisatorisch so anfallen.

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