Kommt die bürgerliche 1.-Mai-Gegendemo nach Graubünden?

Kommt die bürgerliche 1.-Mai-Gegendemo nach Graubünden?

Apr 18, 2015, Bisher keine Kommentare

Mit einer bürgerlichen Gegendemo wollten die Zürcher Jungfreisinnigen am 1. Mai für mehr Freiheit weibeln. AL-Stadtrat Richard Wolff hat den Jungliberalen nun aber Demo-Verbot erteilt. Die Bündner JFDP hat dafür kein Verständnis und lädt die Zürcher nach Graubünden ein.

Am 1. Mai wird in der ganzen Schweiz der Tag der Arbeit gefeiert. Obwohl die von Gewerkschaften und linken Parteien organisierten Kundgebungen mancherorts von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet werden, sieht der linksalternative Zürcher Polizeivorsteher Richard Wolff die Krawallmacher als «interessante Ergänzung». Nicht wegen der Kosten, die der Schwarze Block verursache, sondern wegen der «Vielfalt, der Buntheit, der Meinungen», wie Wolff in einem Radio-Interview letztes Jahr sagte.

Die Jungfreisinnigen sind dem AL-Stadtrat nun aber offenbar zu bunt. Ein Gesuch für eine bürgerliche Gegendemonstration wurde von Wolffs Departement kurzerhand abgelehnt. «Wolff misst mit verschiedenen Ellen», schreiben die Zürcher Jungfreisinnigen in einer Mitteilung. Mit einer Gegendemonstration wollte die Jungpartei ihre Sicht auf die Arbeitnehmerrechte präsentieren und warb im Vorfeld mit dem Slogan «Was den Arbeitern wirklich nützt: Mehr Freiheit statt Zwang.»

«Wir stehen für ein liberales Arbeitsrecht»

«Man hat uns einen Maulkorb verpasst», bestätigt Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen Zürich. Bei den Bündner Jungfreisinnigen ist man über diesen Entscheid empört: «Aus staatspolitischer Sicht ist das Verbot ein skandalöser Fehlentscheid. Wir stehen für ein liberales Arbeitsrecht ein und kämpfen gegen ein Korsett an Regulierungen, welche die Gewerkschaften jährlich fordern», sagt Manuela Fetz, Co-Präsidentin der Bündner JFDP. Dieser Meinung ist auch Raphaela Holliger. Die Co-Präsidentin ist überzeugt: «Im Kanton Graubünden sind solche bürgerlichen Gegendarstellungen noch erwünscht.» Man lädt die Zürcher deshalb zu sich nach Graubünden ein, «wo bunte Meinungen wirklich noch geschätzt werden».

Eine bürgerliche Gegendemonstration in Graubünden? Die Zürcher freuen sich über diesen Vorschlag. «Wir kommen natürlich ins schöne Bündnerland», schmunzelt Silberschmidt. «Dass in Graubünden am 1. Mai gearbeitet wird, macht die Sache für uns natürlich noch sympathischer.»

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